Orthopantomogramm

Die Anfertigung eines Orthopantomogramms (auch PT, OPG oder Panoramaschichtaufnahme) gehört bei einer gewissenhaften und umfassenden Diagnostik zum Standard in der Kieferorthopädie. Da kein Röntgenstatus aus Einzelaufnahmen, z.B. Zahnfilmaufnahmen in der Zahnarztpraxis, wie umfangreich er auch ist, die Gesamtsituation des Kauorgans in allen Teilen und Beziehungen zu benachbarten Regionen wiedergeben kann, hat sich die Panoramaaufnahme als Grundlage einer systematischen Befunderhebung durchgesetzt.

Keine kieferorthopädische Behandlung, auch nicht kleinere kieferorthopädische Maßnahmen, sollte ohne Anfertigung von Röntgenaufnahmen begonnen werden. Das Orthopantomogramm ist nicht nur ein wichtiges diagnostisches und für die kieferorthopädische Therapieentscheidung relevantes, sondern auch ein juristisches Dokument.

Die Besonderheiten dieser Panoramatechnik hat PAATERO 1950 aus den Prinzipien der Tomographie entwickelt. In Abwandlung dieser Technik wird die Orthopantomographie durch folgende Merkmale geprägt:

  • Strahlenquelle rotiert um den Kopf des Patienten
  • die Filmkassette bewegt sich gleichsinnig rotierend wie die Strahlenquelle
  • der Röntgenfilm bewegt sich gegensinnig zur Strahlenquelle
  • das Rotationszentrum des Röntgenstrahls ist der Fokus der Projektion
  • Bewegungen des Filmes und der Strahlenquelle beeinflussen die Länge des abgebildeten Objektes auf dem Film in der Horizontalebene
  • in der Vertikalebene bleibt die Vergrößerung auf dem Bild gleich, wenn die Abstände zwischen Strahlenquelle und Objekt gleich bleiben
  • das Ergebnis ist eine scharf abgebildete Objektebene

Die Panoramatechnik weist eine Vielzahl von  Vorteilen  auf:

  • schnelle, wenig belastende Übersichtsdarstellung beider Kiefer (etwa 20 s)
  • sie ist gekennzeichnet durch eine geringe Strahlenbelastung
  • sie ist psychisch praktisch nicht belastend und
  • sie gestattet Gesamtübersicht beider Kiefer, Gelenkanteilen, Kieferhöhlen

Neben den Vorteilen dieser Aufnahmetechnik finden sich aber auch  Nachteile  wie die begrenzte Detailschärfe als Folge der Bewegung um den Patienten, eine systembedingte Vergrößerung und ein anatomisch bedingter Röntgenschatten der Halswirbelsäule.

Allgemeine  Hinweise  zur Röntgendiagnostik in der Kieferorthopädie:

  • Eintrag in den Röntgenpass des Patienten
  • Beachtung der Strahlenschutzvorschriften
  • Beschränkung der Aufnahmen wegen des zumeist jugendlichen Alters der Patienten auf das diagnostisch erforderliche Minimum
  • Behandlungsbeginn
  • Verlaufskontrolle
  • Behandlungsabschluß
Orthopantomogramm
Beispiel 1


Beispiel 2


Beispiel 3


Beispiel 4


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